Dr. Michael Zimmermann: Stellungnahme Aquaria
Die FDP Coburg hat bereits in einem Antrag im April 2022 darauf hingewiesen, dass für das Aquaria Coburg ein Handlungsbedarf besteht. In der Stadtratsitzung wurde der Antrag recht barsch als unbegründet zurückgewiesen. Zwischenzeitlich lässt sich nun nicht mehr leugnen, dass eine Neukonzeption des Aquaria, wahrscheinlich ein Neubau unumgänglich ist.
Es handelt sich beim Erlernen des Schwimmens schließlich um eine Daseinsvorsorge die die Kommune zu leisten hat. Die große Mitgliederzahl der Schwimmvereine spricht ein übriges. Dass interessierten Kindern hier lange Wartezeiten zugemutet wird oder sie von den Schwimmvereinen sogar abgewiesen werden müssen ist ein Unding. Ich verweise auf die Wichtigkeit eines funktionierenden Vereinswesens, gerade für Familien.
Schön, dass auch Altoberbürgermeister Tessmer zwischenzeitlich die Notwendigkeit eines Sport- und Lehrschwimmbeckens mit Hubboden, wie 2022 von der FDP gefordert erkannt hat. Nur eine Sauna gehört einfach nicht zur Grundausstattung, insbesondere nicht in einer Region mit zwei gut erreichbaren Thermalbädern mit ausgezeichneten Saunalandschaften. Diese einem Lehrschwimmbecken vorzuziehen war ein großer Fehler der Vergangenheit.
An der Notwendigkeit eines möglichst 50 m Beckens und eines Lehrschwimmbeckens dürfte mittlerweile allgemein kein Zweifel mehr bestehen. Das Schwimmbad stellt aber auch ein wichtiges Freizeitangebot insbesondere für Familien dar und soll dieser Aufgabe auch mit attraktiven Spaßangeboten nachkommen.
Dass jetzt ausgerechnet die Hauptattraktion des Freibades, nämlich das Wellenbad wegfallen soll, halte ich deshalb für grundsätzlich falsch. Man halte sich das Gedränge von Familien mit Kindern im Sommer bei Wellenbetrieb vor Augen. Auch die rege Nutzung des Sprungturms insbesondere durch Jugendliche beweist den Wert so einer Attraktion. Hier wurde Coburg seinem Anspruch als Familienstadt gerecht.
Dieses Angebot stellte unzweifelhaft, wie auch ein funktionierendes Vereinswesen, einen wichtigen Standortfaktor für die Gewinnung junger Mitarbeiter für die lokalen Unternehmen dar.
Dass nun der eigentlich für den Klinikneubau gedachte Bausparvertrag über 50 Millionen frei geworden ist, ist eine glückliche Fügung und die Umwidmung durch den Oberbürgermeister ist zu begrüßen. Sollten mehr Mittel notwendig sein, muß aus meiner Sicht eine Priorisierung zugunsten des Erhalt des Aquaria als Hallen- und Freibad sowohl als Sport- als auch als Spaßbad stattfinden. Das soll heißen falls erforderlich die Theatersanierung abspecken oder der Verwaltung und den städtischen Töchtergesellschaften weitere Sparanstrengungen zumuten.